Kampenwand Panoramawanderung im Chiemgau

Kurzbeschreibung

Aussichtsreiche Panoramawanderung im Chiemgau von Mühlau entlang der Südseite der Kampenwand. Anspruchsvolle Tour auf schmalen Bergsteigen, die etwas Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erfordern. Belohnt wird man mit traumhaften Ausblicken auf den Chiemsee und die Tiroler Berge.

Bildergalerie mit Karte und GPX-Track

Tourenbeschreibung Panoramawanderung

Die Tour startet am schattigen Parkplatz in Mühlau. Von hier geht es ein kurzes Stück auf der Teerstraße zum schön gelegenen Oberau. Man geht durch den Hof des Anwesens und nimmt am Ende den noch sanft ansteigenden Wanderweg zur Oberauerbrunstalm auf. Nach 100 Höhenmetern erreicht man eine Schotterstraße, der man ein kurzes Stück bergab folgt, um dann nach wenigen Metern nach links wieder zur Oberauerbrunstalm abzubiegen. Nach dieser Abzweigung wird der Anstieg richtig steil. Die folgenden 250 Höhenmeter sind steil, führen aber durch schattigen Bergwald. Nach dem Anstieg erreicht man nach einem Gatter plötzlich die flachen Almweiden der Oberauerbrunstalm.

Zu viel Essen sollte man aber nicht, denn der folgende Anstieg wird noch steiler als der Anstieg zur Oberauerbrunstalm. Es geht extrem steil nach oben (siehe Bild 6). Wenn es hier rutschig ist, kann es durchaus unangenehm werden. Belohnt wird man aber mit einer Bank mit der schönsten Aussicht im Chiemgau (nach Meinung des Autors). Wer an der Oberauerbrunstalm nicht gerastet hat, sollte es hier kurz mal tun (falls die Bank nicht besetzt ist). Der Anstieg zieht sich noch wenige Höhenmeter so steil nach oben, um dann nach einer Senke mit Wegkreuzung deutlich abzuflachen. In der Senke wählt man den linken Weg Richtung Hochplatte. Die Variante über die Hochplatte führt auf dem blau markierten Weg steil weiter zum Gipfel. Der Weg ist etwas schwer zu finden, sollte also nur von Ortskundigen begangen werden.

Auf dem linken Weg erreicht man jedoch die aussichtsreiche Auerhahnwand, die den Abstecher auf jeden Fall lohnt. Nach dem Abstecher kehrt man zum Weg zurück und steigt weiter durch den Bergwald empor. Einige Wegabschnitte sind hier etwas ausgesetzt. Schließlich erreicht man nach dem Waldende die Bergwachthütte mit Brunnen. Die Piesenhausnerhochalm mit Einkehr und bester Aussicht ist hier nun schon in Sichtweite. Die Einkehr dort ist durchaus zu empfehlen. Nach dieser Alm geht es noch ein Stück über die Kuhweiden und dann wieder steil nach oben zu einem Sattel mit tollem Blick zur Kampenwand. Wer hier denkt „sieht doch gar nicht so weit aus“, wird schnell merken wie man sich täuschen kann. Es ist ca. 45 Minuten zu gehen bis zum Abzweig, der zum Ostgipfel der Kampenwand (Variante) führt.

Wir lassen diesen Abstecher aus und nehmen das (optisch kurze) Stück zur Sonnenalm in Angriff. An der Kreuzung weist das Schild freundlich darauf hin, dass der Weg bei Schnee nicht begehbar ist. Angesichts der Steilheit glauben wir das gleich. Wer bei Schnee hier abrutscht, findet sich schnell einige Dutzend Höhenmeter tiefer wieder. Nach derlei winterlichen Betrachtungen erreichen wir nach einer weiteren, kurzen Stunde die Sonnenalm. Dort sind wir nun endlich ausreichend erschöpft, um die heimische Gastronomie unterstützen zu wollen. Dabei kann man mit viel Kurzweil den plötzlichen touristischen Trubel, der nur wenige Meter um die Bergstation der Seilbahn herum herrscht, genießen.

Nach dem kulinarischen Ausflug zu den Erzeugnissen eines heimischen Backofens (Apfelstrudel mit Kirschen, aber ohne Äpfel!) marschieren wir weiter zur Scheibenwand. Was für ein Kontrastprogramm! Gerade noch konnten wir auf zur Wander-Autobahn geruhsam den Kirschstrudel hin- und herschaukeln, nun müssen wir uns auf einem glitschigen, zugewachsenen Weg nach oben kämpfen. Das dauert aber nicht lange und wir können wieder auf den gewohnt schmalen, leicht ausgesetzten Wegen den Gipfel der Schweibenwand erklimmen. Auch dieser Gipfel lohnt sich dank seiner tollen Aussicht. Nach dem Gipfel führt der Weg kurz zurück, und zweigt dann nach links zur Bauernwand ab. Der Abstieg von der Bauernwand erfordert tatsächlich leichte Kletterei und endet auf freien Almwiesen oberhalb der Hofbauernalm. Dort wird die Lage kurzzeitig etwas unübersichtlich, so dass wir nach kurzer Wegsuche den schon von oben deutlich sichtbaren Wanderweg zur Hofbauernalm anpeilen. Der Abstieg über die Almwiesen erweist sich als wahrer „Knieschnackler“. Angesichts des fortgeschrittenen Tages wollten wir aber nicht den Weg zur Sonnenwand suchen.

Wie dem auch sei, erreichen wir nach dem steilen Abstieg die Ruine der historischen Hofbauernalm, die dort 1920 aufgegeben wurde und dann nach wenigen Metern Richtung Westen die neue Hofbauernalm, die so neu gar nicht aussieht. Hier nimmt nun leider das abwechslungsreiche Wandern auf schmalen Bergpfaden ein Ende und wir marschieren auf der hier beginnenden Schotterstraße Richtung Dalsensattel. Doch schon, nach 250 Höhenmetern, kommt etwas Abwechslung auf, und man kann eine mit „Abkürzung“ ausgeschilderte Abkürzung gehen. Diese führt allerdings über eine Kuhweide, die bei Anwesenheit derselbigen Bewohner mangels Ausweichmöglichkeit etwas unangenehm werden kann. Nach wenigen Metern Abstieg erreicht man wieder die Schotterstraße, die direkt nach Mühlau führt. Diese führt zum Glück durch schattigen Bergwald und zum Abschluss noch an einem sehr schönen Wasserfall vorbei. Nach dem Wasserfall ist es nur noch eine halbe Stunde zum Parkplatz, man halt also ausreichend Zeit sich auf die Erzeugnisse der heimischen Brauer zu freuen!

Beste Jahreszeit

Frühjahr bis Herbst bis zum ersten Schneefall. Nicht bei Schnee oder Eis oder nach starken Regenfällen. Am schönsten sicher im Herbst zum Indian Summer im Chiemgau.

Ausgangspunkt und Parken

Wanderparkpklatz in Mühlau an der Straße zum Dalsensattel. Parkplatz für ca. 50 Fahrzeuge. Schattig, direkt am Bach. Parkgebühr 1 Euro / Stunde.

Wohnmobilstellplatz und Entsorgung

Leider kein offizieller Stellplatz für Wohnmobile in unmittelbarer Nähe des Startpunktes. Folgende Übernachtungsmöglichkeiten bieten sich für Camper oder Wohnmobilisten an:

Ja, und natürlich gibt es noch einige Wanderparkplätze in der Region, ohne jetzt auf die Zweckentfremdung zum Übernachten hinweisen zu wollen.

Einkehr

Zur Zeit geöffneter Almen:

  • Oberauerbrunstalm oberhalb von Mühlau nach ca. 1h erreicht
  • Piesenhaus(e)nerhochalm auf dem breiten Rücken nach der Hochplatte, nach weiteren zwei Stunden erreicht.
  • Sonnenalm westlich der Kampenwand, nach weiteren zwei Stunden erreicht.

An Wochentag kann die Auswahl zur Einkehr geringer sein. Außerhalb der Almsaison hat alles geschlossen. An den Almen kann es Trinkwasser geben, wobei über die Qualität hier keine Aussage getroffen werden soll.

Höchster Punkt

Scheibenwand, 1598 m, Gipfel westlich der Kampenwand. Alternativ: Kampenwand Ostgipfel 1664 m oder Hochplatte 1586 m.

Tourdaten

Ca. 18 km Strecke und ca. 1210 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Mit Kampenwand und Hochplatte ca. 600 Höhenmeter mehr. Je nach Gehgeschwindigkeit und Kondition sollte man 6-8 Stunden für diese Tour ansetzen (ohne Pausen).

Tourdatum

15.05.2022.

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